„Wahlkampf ist mehr als Wahlplakate. Vor allem ist er eine verdichtete Zeit der Gespräche. Wir wollen die Partner der Menschen sein. Und dieser Landkreis gehört keiner Partei, sondern den Bürgern“, sagte Alexander Schweitzer, am Montag bei der Vertreterversammlung der SPD Südliche Weinstraße im Bürgerhaus von Billigheim-Ingenheim und eröffnete somit den Abend für die rund 100 Gäste, unter denen sich auch die 87 Delegierten befanden. Der SPD-Fraktionschef im Landtag, wird auf Platz 3 der Liste ins Rennen gehen.
Zum Spitzenkandidaten wurde Torsten Blank, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land und Fraktionschef im Kreistag, gekührt, welcher von den 87 Delegierten keine einzige Nein-Stimme erhielt. Blank sagte, „Die CDU teilt nun wieder ein in bürgerliche und nicht-bürgerliche Kräfte. Die reden aber nicht nur so, die wollen auch bestimmen, wer mitreden darf und wer nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Zeit so zurückgedreht wird.“
Der Fokus des Kreis sollte jetzt vor allem auf den Themen "Kita- und Schulangebot erhalten" sowie "Leben im Alter" liegen. Hierfür strebt Thorsten Blank an, das Tagespfelgeangebot weiter auszubauen. Des weiteren solle der Breitbandausbau erreichen, dass jedes Haus im Kreis in zehn Jahren einen Glasfaseranschluss bekommt. Über den Zusammenschluss der Weinwerbung mit der Mittelhaardt unter dem Dach der Pfalzwein erklärte Blank, „Wir erkennen die rechtlichen Rahmenbedingen an. Dennoch ist SÜW auch immer eine Marke, ein Lebensgefühl.“
Torben Kornmann, Vorsitzender im Kreis SÜW, hielt eine emotionale Rede: „Wir brauchen für die kommenden vier Monate im Wahlkampf jeden Kopf, jedes Herz, jede Hand und jeden Fuß. Wir haben eine ehrliche Liste für die Kreistagswahl, bei uns kann jeder gewählt werden“, sagte Kornmann, dern die CDU tritt mit Dietmar Seefeldt an, welcher durch sein Landratsmandat gar kein Mitglied des Kreistages werden dürfe.
Ehrengast Kurt Beck, welcher mit viel Applaus begrüßt wurde fasste die Liste schlussendlich so zusammen. „Es ist eine gut durchmischte Liste mit vielen jungen Leuten, das macht Hoffnung für die Zukunft“.

Die Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan hat den diesjährigen Martinipreis der südpfälzischen SPD erhalten. Der Preis geht an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich in besonderer Weise um Demokratie, politische Kultur, um Aufklärung und Wahrhaftigkeit verdient gemacht haben.
In seiner Begrüßungsrede betonte der Unterbezirksvorsitzende Thomas Hitschler, dass der Vorschlag Renan Demirkan alle Vorstandsmitglieder sofort überzeugt habe und sich der UB-Vorstand einhellig für Renan Demirkan ausgesprochen habe.
Laudator Martin Schulz würdigte die Preisträgerin als eine herausragende Persönlichkeit, die sich für die Grundwerte in der Gesellschaft einsetze und für den Geist der Toleranz, des Respekts und des Miteinanders in der Gesellschaft stehe. Es bestünde die Gefahr, dass dieser Geist durch rechtpopulistische Parteien zurückgedrängt werde, sagt Schulz. Schulz lobt Demirkan als eine Persönlichkeit, die ihre Stimme erhebe und den Finger in die Wunde lege. Er kenne Renan Demirkan als eine streitbare Frau, als großartige Europäerin, die sich stark mache für Respekt unter Bürgern gleich welcher Hautfarbe. Martin Schulz sprach auch zwei Projekte von Renan Demirkan an, die es zu erwähnen gelte. So habe sie ein Wohnprojekt für an Brustkrebs erkrankte Frauen gegründet und den Verein „Checkpoint Demokratie" mit ins Leben gerufen, eine Plattform, die zum Dialog über Rassismus, Rechtspopulismus und den Zustand der Gesellschaft einlade. Martin Schulz zitierte Artikel eins des Grundgesetzes, in dem stehe die „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Er sagte „Ich sehe Dich Renan deshalb als Persönlichkeit des Artikels eins“. Er schloss seine Laudatio mit den Worten
„Für den Sieg des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun. Wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein, nach Innen und nach außen“
In ihrer Dankesrede bezeichnete sich Renan Demirkan als Kind der 68er, überzeugt von Willy Brandt. Sie sprach an, was in Deutschland falsch läuft und besser laufen müsse. So kritisierte sie die Hartz-IV-Reformen, die zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt hätten. Sie nannte die Gesetze eine Demütigung für die betroffenen Menschen und forderte das Verbot von Zeitverträgen. Die Reformen hätten viele Kunstschaffende zu Tagelöhnern gemacht. Die Idee der Sozialdemokratie muss neu überdacht werden, verlangte die Schauspielerin und forderte die SPD auf, Politik für eine moderne Gesellschaft zu machen. Diese Politik müsse soziale Balance und Teilhabe sichern. Am Ende ihrer Rede richtete sich sie noch einen Appell an die Politik. Diese solle sich an Artikel eins des Grundgesetzes orientieren und den Dialog mit den Bürgern führen. Die Einkommensunterschiede im Land sollten abgebaut und ein flächendeckender Demokratieunterricht an allen Schulen eingeführt werden.

Neben den Reden vom Martin Schulz und Renan Demirkan, die beide minutenlangen Applaus erhielten, waren die Besucher begeistert von den Darbietungen der Jazz-Combo des Alfred-Grosser-Gynmasiums aus Bad Bergzabern. Die jungen Musiker und Musikerinnen sorgten für eine würdige Umrahmung der Feierstunde im Haus des Gastes in Bad Bergzabern.